Verein Burg Spangenberg e.V.


   700 Jahre Burg Spangenberg
1317 - 2017

Die neuen Fenster sind etwas ganz Kostbares

Die neuen Fenster der Burgschenke von Burg Spangenberg in Anwesenheit des Sponsors und der Glasmalerin vorgestellt

"Talpost, Ausgabe 48/2018"

(se) Vor einigen Wochen wurden die von dem ehemaligen Vorsitzenden des Vereins Burg Spangenberg, Dr. Hubert Puhl, gespendeten neuen Glasfenster in der Burgschenke der Burg Spangenberg montiert. Die künstlerisch gestalteten Gasfenster hatte die Talpost damals vorgestellt. Jetzt fand in der Burgschenke die offizielle Vorstellung mit dem Spender Dr. Hubert Puhl und der Glasmalerei Feuser-Strasdas aus Rheinbach statt. Für den Verein Burg Spangenberg begrüßte Matthias Strobl die Gäste und bedankte sich bei Dr. Puhl für die noble Spende und bei der Firma der Glasgestaltung für die perfekte Arbeit, durch die die Burg noch interessanter und wertvoller werde. Unter den Gästen weilte auch der Ehrenvorsitzende Heinz Baumann.

Dr. Hubert PuhlDoktor Hubert Puhl, von Beruf Chemiker, führte über acht Jahre den Verein Burg Spangenberg bis zu seinem familiär bedingten Wegzug nach Bonn im Jahre 2012. Es sei schon immer sein Wunsch gewesen, die acht Fenster der Burgschenke „mittelalterlich“ mit Glasmalerei zu verschönern. In der Glasmalerei/Glasgestaltung Helga Feuser-Strasdas habe er einen passenden Betrieb gefunden, der nach ersten gemeinsamen Gesprächen im Frühjahr des Jahres seine Ideen nun umsetzen konnte. Die sechs Fenster talseits wurden abwechselnd mit roten und bauen Butzen in der Mitte gestaltet und bleibt durchsitzig klar zum Hinausschauen, damit die Partnerburg Erfenstein immer im Gesichtsfeld liegt. Die beiden Fenster an den Stirnseiten der Burgschänke erhielten jeweils das Wappen des Vereins Burg Spangenberg und am Ostfenster das Wappen der Stadt Neustadt als Burgbesitzer, das Westfenster schmückt das Wappen von Lachen-Speyerdorf, Besitzer der Burg bis zur Eingemeindung nach Neustadt.

Die im Durchmesser acht Zentimeter großen Butzen sind in mundgeblasenes Glas eingelassen. Für die attraktiven Wappenfenster wurde zunächst eine Aufrisszeichnung 1:1 hergestellt und das Glas mit einem Glasschneider gemäß dem Entwurf zurechtgeschnitten. Zuvor war das Glas mit den Glasfarben bei rund 600 Grad eingebrannt worden, wobei sich die Farbe mit dem Glas verbunden hat. Das zugeschnittene Glas wurde dann in H-bzw. U-Profile aus Blei eingesetzt, die Teile verbunden und verlötet. Bevor die Scheiben dann in die Mitte des doppelten Isolierglases eingesetzt wurde, wurden die Bleiprofile mit einem Oxidationsmittel bestrichen, das die gewünschte Patinierung vorwegnahm, weil die Glasfenster in dem Isolierglas keiner natürlichen Alterung mehr unterliegen. Bei der Montage wurden die alten Fenster verwendet, die Scheiben und die Sprossen ausgebaut und die neuen Fenster eingesetzt.

Der Vorteil der glatten Isolierverglasung ist in der problemlosen Reinigung zu sehen und Dr. Puhl bezeichnete es als eine grandiose Idee, das bleiverglaste Fenster in das zweifache Isolierglas einzubauen. Er zeigte sich beeindruckt von den neuen Fenstern, die für die Burg etwas ganz Besonderes seien, zumal früher nur in Kirchen, in Villen reicher Fabrikanten oder in vornehmen Winzerhäusern glasverbleite Fenster möglich waren.
Ein Grußwort und den Glückwunsch zu den neuen bleiverglasten Fenstern sprach Dieter Weilacher, Vorsitzender des Förderkreises zur Erhaltung der Wachtenburg. Er wünsche sich einen intensiven Kontakt zwischen den beiden Burgenvereinen. „An den Burgen fällt immer wieder viel Arbeit für die Ehrenamtlichen an“ sagte Dieter Weilacher und erinnerte, dass sein Verein mit den 1000 Mitgliedern 4,8 Millionen Euro in die Erhaltung der Ruine Wachtenburg gesteckt habe, finanziert zu je einem Drittel vom Verein, von der Stadt Wachenheim und vom Land.

Neue Fenster in der Burgschänke

Eine deutliche Aufwertung hat die Burgschänke durch den Einbau der neuen Fenster im Gastraum der Burgschänke erfahren. Dank der großzügigen Spende unserers Vereinsmitgliedes Dr. Hubert Puhl konnten die alten Verglasungen durch die neuen, bleiverglasten Fenster ersetzt werden. Die Fenster kommen aus der Werkstatt der Glasmalerin Helga Feuser-Strasdas aus Rheinbach-Wormersdorf bei Bonn und zeigen das Wappen der Burg, der Stadt Neustadt und der Gemeinde Lachen-Speyerdorf.

Der Verein Burg Spangenberg bedankt sich herzlich für die Spende und möchte sich an dieser Stelle auch bei Allen bedanken, die sich in der Vergangenheit und zukünftig für den Verein und den Erhalt der Burg einsetzen.


Sanierungsarbeiten am Zugang zur Burganlage abgeschlossen

Die in 2018 notwendig gewordenen Sanierungsarbeiten im Zugangsbereich  konnten in der Rekordzeit von zwei Wochen abgeschlossen werden. Die Sicherheit war durch gelockerte Steine und poröse Verfugung nicht mehr gewährleistet.
Für die fachgerechte Ausführung wurde die Neustadter Firma Majchel ( Inh. Pawel Majchrak ) beauftragt. Der Schankbetrieb war durch die umsichtige Arbeitsweise der ausführenden Firma in der Zeit der Bauarbeiten  nicht beeinträchtigt
Teil zwei der Sanierungsarbeiten, die den Kellerabgang und die Treppe vor der Burg beinhalten, soll Ende 2018 oder Anfang 2019 erfolgen.

Wenn auf Burg Spangenberg die Fahne im Wind weht sind Besucher herzlich willkommen.

Davon haben sich seit der Renovierung und dem teilweisen Wiederaufbau der Burg ungezählte Besucher selbst überzeugt. Bei einer deftigen Brotzeit, Kaffee und Kuchen oder einem urigen Rittermahl in der rustikalen Burgschänke könnte man das karge Leben der früheren Bewohner fast vergessen. Ebenso die Tatsache, dass die Burg bis in die siebziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts eine baufällige Ruine war, die kurz vor dem entgültigen Einsturz stand.
Das es nicht soweit gekommen ist, verdanken wir der Initiative einiger Erfensteiner Bürger die den "Verein Burg Spangenberg" ins Leben riefen. Am 5. Dezember 1971 wurde der Verein im damaligen Forsthaus Spangenberg unterhalb der Burgruine gegründet. Niemand konnte damals ahnen, das aus den neunundzwanzig Gründungsmitgliedern ein Verein mit mehr als dreihundertfünfzig begeisterten Burgfreunden werden sollte. Zuerst stand der Erhalt und die Sicherung der baufälligen Ruine im Vordergrund, an Wiederaufbau dachte damals noch niemand. Schon bald sprach sich herum, dass auf der Burg "gute Geister" tätig sind. Immer mehr Menschen liessen sich von der Idee begeistern aus der Burg wieder ein Schmuckstück zu machen und sie so für spätere Generationen zu erhalten. Nach anfänglichen Bedenken unterstützte auch die Stadt Neustadt als Eigentümer der Burg den Verein tatkräftig. Stein für Stein und immer in Absprache mit Denkmalschutz und Eigentümer wurde die Burg zu dem Kleinod das wir heute kennen.
Neben der "harten Arbeit" entwickelte sich schon früh ein reges Vereinsleben. Seit Fertigstellung der rustikalen Burgschänke hat der Verein einen gemütlichen Treffpunkt für vielerlei Veranstaltungen. Ausflüge und Wanderungen ergänzen die Liste der Aktivitäten.
Das sich auf Burg Spangenberg gut feiern lässt wissen nicht nur die Vereinsmitglieder. Geburtstagsfeiern, Hochzeiten oder die urigen Rittermahle für Jedermann sind nur ein paar Beispiele für die Feste die auf der Burg stattfinden. Außerdem sind an Sonn- und Feiertagen Wanderer herzlich Willkommen.
Auch in Zukunft sind die wichtigsten Ziele des Vereins die Sicherung, Erhaltung und Pflege der Burg Spangenberg. Die Burg soll ein lohnendes Ausflugsziel für Burgfreunde und Wanderer bleiben. Sie dient der Freizeitgestaltung und Erholung der Menschen. Dabei werden auch die Interessen des Fremdenverkehrs und der Ferienregion Elmsteiner Tal berücksichtigt. Um die nicht unerheblichen finanziellen Mittel zum Erhalt der Burg zu erwirtschaften betreiben die Vereinsmitglieder in ehrenamtlicher Arbeit die Burgschänke. Die Burgschänke ist neben den Mitgliedsbeiträgen und Spenden die Geldquelle des Vereins. Aus ihrem Gewinn finanziert der Verein zum großen Teil die Erhaltungs- und Wiederaufbaumaßnahmen auf der Burg sowie im zugehörigen Umfeld. Größere Baumaßnahmen werden von qualifizierten Firmen durchgeführt. Alltagsarbeiten erledigen wir selbst und da genug Arbeit anfällt, freuen wir uns über aktive Helfer, die sich am Erhalt der Burg beteiligen wollen.